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NaturEssen und Trinken

Das Naturschutzgebiet „Hütter Klosterteiche“, welches auch unter der Bezeichnung Hütter Wohld bekannt ist, wurde im Mittelalter von den Zisterziensermönchen des Klosters Doberan bewirtschaftet. Die erste urkundliche Erwähnung des namensgebenden Klosterhof Hütten geht auf das Jahr 1268 zurück. Die Mönche betrieben zum einen eine Glashütte im Wald, zum anderen legten sie in dem Areal künstliche Teiche an um Fische zu züchten. Wie eine Perlenschnur fädelten sie die Teiche durch den Wald. Terrassenförmig angelegt, fließt das Wasser bis heute von der höchsten Erhebung in das jeweils darunter liegende Becken. Grund für die Fischzucht war, dass durch die Fastenzeiten ein Großteil des Jahres auf Fleisch verzichtet werden musste. Frischer oder eingelegter Fisch war deswegen eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan der Geistlichen.

Die Flora und Fauna des Hütter Wohld ist sehr vielfältig. Im Wasser findet man einige stark gefährdete Pflanzen wie das Quirl-Tausendblatt. Ebenso eine Besonderheit ist die Teichbodenflora mit Braunem Zyperngras, Rotgelbem Fuchsschwanz, Wasser-Ehrenpreis und Sumpf-Ruhrkraut. Sichtbar werden diese Pflanzen jedoch nur, wenn die Teiche trocken fallen. Auffällig im Waldgebiet, auf Dämmen, an Ufern und Waldwegen ist die Telekie, eine eingewanderte Pflanze, die seit 1880 in Mecklenburg als eingebürgert und verwildert gilt. Sie bildet im Hütter Wohld ihr größtes Vorkommen in Mecklenburg. Weiterhin beheimatet das Naturschutzgebiet auch die größte Population von Rotbauchunken dieses Landes und einen stabilen Bestand an Laubfröschen. Die windgeschützten Teiche und Bachläufe sind außerdem optimales Nahrungsgebiet für Fledermausarten wie den Großen Abendsegler und das Braune Langohr. Zurecht wurden die Hütter Klosterteiche im Jahre 1999 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Bereits 7 Jahre zuvor begann die Familie Detlefsen die Teiche wieder gemäß ihres Ursprunges zur Karpfenaufzucht zu nutzen. Insbesondere zu Weihnachten ist auf dem Hof der Fischerei Detlefsen großer Betrieb, aber auch abseits des Karpfengeschäftes lädt der Hof zu Kaffee & Kuchen oder zu Räucherfisch & Bier ein. Entlang der Teiche zeigt ein Naturlehrpfad die Besonderheiten des Gebietes. Wer nur die Seele baumeln lassen will, kann im Haferteich baden und anschließend an der angrenzenden Hangwiese die Sonne genießen.