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Konferenzen, Tagungen, Lokalhelden

Stories 7: Mecklenburgs Humboldt
20. November 2017
Stories 8: Salz aus Bad Sülze
4. Dezember 2017
Kaum ist die Saison vorbei, beginnt die Zeit der Konferenzen, Seminare und Tagungen. In den letzten 3 Monaten durfte ich auch an der einen oder anderen Veranstaltung teilnehmen, Themen durchdenken und Menschen kennenlernen. Die wichtigste Lektion war, dass es wichtig ist ins Gespräch zu kommen. Im Austausch mit Anderen kommen neue Ideen und Projekte zustande, aber man stellt sich auch immer wieder dem Realitätscheck und muss die eigene Vision prägnant zusammenfassen. Was ich auf den einzelnen Veranstaltungen erlebt habe, folgt in den nächsten Absätzen.

„Baumeister für die Kunst“-Symposium (20.10. – 21.10. / Kunstmuseum Ahrenshoop)

Den Anfang macht eine Veranstaltung, die im Gegensatz zum Rest ein wenig aus dem Rahmen fällt. Bei diesem Symposium drehte es sich grundsätzlich um Architektur - insbesondere um die Architektur von Museen und Ausstellungen. Nicht nur, dass dieses Thema recht artfremd für meine Arbeit ist, war diese Veranstaltung auch die einzige an der ich selber als Vortragender auftrat. In einem kleinen Impulsvortrag nach der Eröffnung sprach ich über „Virtuelle Räume“ und hatte die Ehre die bald erscheinende App für das Kunstmuseum Ahrenshoop, wie auch den Audioguide Ahrenshoop, den Besuchern vorzustellen. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass die Theorie mehr Schall und Rauch ist und wirkliches Interesse erst bei einem Hörbeispiel entsteht. Im Anschluss an meinen Vortrag folgte das Highlight für diesen Tag: Der spanische Architekt Enrique Sobejano präsentierte seine Bauten und stellte sich den Fragen des Publikums. Ein sehr interessanter Mensch, der umso interessantere Projekte auf der ganzen Welt durchführen durfte. In der darauffolgenden Kaffeepause kam ich mit dem einen oder anderen Besucher ins Gespräch und bekam nettes Feedback zum Audioguide Ahrenshoop. Nach der Pause beendete der Rostocker Architekt Maik Buttler mit einem Vortrag zu seinen Museumsbauten in Mecklenburg-Vorpommern den ersten Tag des Symposiums. Für mich eine schöne Erfahrung und ein voller Erfolg.

Heimatforschung und die Cloud. Lokal- und regionalbezogene Wissensarbeit im interaktiven Netz. (03.11. / Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. & Universität Rostock)

Wie zwei sich gegenüberstehende Pole wirkten die beiden Schlagwörter dieser Veranstaltung, als ich zufällig den Flyer in die Hände bekam. Die Vorträge zum Thema „Heimatforschung und Cloud“ boten jedoch eine Menge Input. Da ich selber keine Forschungsarbeit betreibe, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie filigran die Forschung an die Themen geht. Beispielhaft dafür war das „Digitale vorpommersche Flurnamenbuch“ von der Universität Greifswald, dass Flurnamen aus Vorpommern sammelt und sie sprachwissenschaftlich untersucht. Aber es gab auch Projekte, die deutlich näher am klassischen Heimatforscher angesiedelt waren. Mit Ortschroniken-MV.de präsentiert das digitale Wossidlo-Archiv eine Möglichkeit für Ortschronisten in einem Wiki an ihren Projekten zu arbeiten. Weiterhin sollen bereits erstellte Chroniken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und für die Zukunft gesichert werden.
Einziger Wermutstropfen ist für mich, dass diese Branche zum einen stark von Fördergeldern lebt, ein recht hohes Durchschnittsalter hat und letztendlich dann doch nicht so digital ist, wie es das Thema suggerieren wollte. Als Höhepunkt des Tages wurde die Veröffentlichung eines Magazins mit dem Namen „Stier und Greif“ gefeiert. In diesem Heft sollen mehrmals jährlich interessante, populärwissenschaftliche Artikel zur Heimatforschung in unserem Bundesland veröffentlicht werden. Leider nur als Printversion – die Idee eines eBooks muss nach der Diskussion zum Heft erst noch bedacht werden.

3. Lokalhelden-Treffen in Lunow-Stolzenhagen (09.11. – 12.11. / Lokalhelden Gründerwerkstatt)

Mittlerweile traf sich die Lokalhelden Gründerwerkstatt schon das dritte Mal. Unsere Gruppe ist jedoch ordentlich gewachsen. Die zweite Bewerbungsphase wurde erfolgreich abgeschlossen und die neuen Teilnehmer an diesem Wochenende begrüßt. Insgesamt 37 Gründer aus ganz Ostdeutschland sind jetzt in unserer illustren Runde dabei. Die Branchenmehrheit hält weiterhin die Landwirtschaft, aber auch Kultur, Tourismus und Handwerk haben Zulauf bekommen. Während es für die neuen Teilnehmer bereits am Vormittag des Donnerstags begann, reiste das alte Eisen erst zum Abendessen an. Treffpunkt war das Ponderosa Gästehaus in Lunow-Stolzenhagen. Auf dem genossenschaftlich betriebenen Gut erwartete uns wiedermal eine interessante Umgebung und ihre ebenso interessanten Bewohner. Leider war es ziemlich kalt, was insbesondere bei mir ordentlich an die Kraftreserven ging. Inhaltlich erfuhren wir mehr zum Business Model Canvas und machten erste Schritte im Thema Marktforschung. Trotz der interessanten Themen, war für mich dieses Treffen leider hauptsächlich sehr kurz. Nach dem Mittag am Samstag musste ich bereits die Heimreise antreten, um pünktlich auf einer anderen Veranstaltung zu sein. Umso mehr freue ich mich schon auf das nächste Treffen, damit ich zum einen alle neuen Lokalhelden intensiver kennenlernen darf und zum anderen weiter an meiner Idee arbeiten kann.

Landeskulturkonferenz 2017 (13.11. / Landeskulturrat und Kreativsaison e. V.)

Kurz nach dem Lokalhelden-Treffen folgte die Landeskulturkonferenz 2017 in Schwerin. Im Rittersaal trafen sich Kulturschaffende und Institutionen zum Austausch über die Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Dr. Michael Körner, der als Vorsitzender des Kulturrates die Kunst und Kultur noch stärker in das Bewusstsein der Einheimischen und Touristen rücken möchte. Zwei Impulsvorträge aus anderen Bundesländern zeigten mögliche Zukunftspläne für unser Land und bildeten die Grundlage für die folgenden Arbeitsgruppen. Ich entschied mich dem Workshop „Wie muss Kultur verpackt sein? Kulturangebote für Touristen im Land.“ beizuwohnen. Nach kurzen Vorträgen von Tobias Woitendorff (Tourismusverband MV) und Hans Jensen (Supreme Surf / Pangea Festival) folgte eine lebendige Diskussion. Leider waren die aufgestellten Zukunftsthesen und Wünsche recht vage und sehr abhängig von den einzelnen Akteuren. Wieder einmal blieb bei mir das Festhalten an alten Strukturen und der Wunsch nach mehr Förderung hängen. Die Herausforderungen in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind sehr vielfältig, jedoch glaube ich, dass die wirtschaftliche Komponente nicht durch Förderung untergraben werden sollte. Besonders für die kleinen Heimatstuben oder andere klassische Museen birgt die Zukunft viel Ungewisses, was frische Ideen und neue Formen benötigt. In der anschließenden Diskussion und der Auswertung der anderen Workshops zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Für mich war es trotzdem eine interessante Erfahrung und ein guter Austausch mit den anderen Akteuren.

Kreatopia 2017 (23.11. / Kreative MV & IHK Rostock)

Das Netzwerk der Kreative MV sowie die IHK Rostock luden Ende November zur ersten Kreatopia ein. In dieser Branchenkonferenz der Kreativ- und Kulturwirtschaft wehte ein Hauch jugendlicher Frische durch die Räume. Im unnötig kreativen Interview mit Harry Glawe (Minister für Wirtschaft) wurde das Tempo für den Rest des Tages festgesetzt. Es folgten drei Fishbowl-Runden, in denen die Themen „branchenübergreifender Innovationstransfer“, „Künstler als Regionalentwicklungsmotoren“ und „Vernetzung, Räume und Weiterbildung“ besprochen wurden. Nach der Mittagspause wurden diese drei Themenbereiche in Workshops weiter vertieft. Ich selber besuchte den Workshop zu „Vernetzung, Räume und Weiterbildung“ und erfuhr einiges neues zur Kreativlandschaft in MV bzw. insbesondere zu Rostock. Am besten war die darauffolgende kreative Auswertung der Ergebnisse. Unser Workshop wurde durch Tobias Wolff in einem Blues zusammengefasst. Wieder war es der Austausch mit den Menschen vor Ort der mir am meisten Spaß und neue Ideen gebracht hat. Insofern halte ich weiter die Augen offen und versuche noch an weiteren, ähnlichen Veranstaltungen teilzunehmen, um ein möglichst großes Netzwerk aufzubauen.